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Literarisches Zitat aus «Im Spiegel der Möglichkeiten»
(edition tertium 2001) |
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| Mythisches und rationales Denken sind also zwei Wege zur Beantwortung unserer Grundfragen, und in zwei großen Pendelschlägen versuchten später die voneinander getrennten Kräfte des Glaubens und des rationalen Wissens jeweils zu dominieren: Im Mittelalter unterdrückte die Religion die Wissenschaft, in der Neuzeit machte die Wissenschaft die Religion scheinbar überflüssig. Doch aus Einseitigkeit kann kein neues Ganzes entstehen, wie es der Zukunft unabdingbar ist. Der Philosophie, die weder Religion noch Wissenschaft oder aber beides zugleich ist, fällt daher die Aufgabe zu, die dritte Variante, die Synthese, zu begründen. Das kann sie, weil Philosophen furchtbar gerne streiten. Denn zur Verschmelzung, zur Reaktion von These und Antithese, aus der das Neue entsteht, braucht es Energie. Gigantisch ist die Streitenergie der Jünger des Platon einerseits und andererseits des Aristoteles. Nutzen wir sie! |
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