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"Die moderne Soziologie"

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Ernst Bloch
Das Prinzip Hoffnung - Dritter Band

Suhrkamp; Frankfurt a.M. 1979


Nach der Religion wurde u.a. die Kunst als Wegweiser in die Zukunft gepriesen, Ernst Bloch weist in seinem dritten Band auf ein ganz erstaunliches Ergebnis: >Aber nicht nur die Kunst, sondern erst recht die Philosophie hat jetzt bewusst das aktive Amt des Vor-Scheins und eben des Vor-Scheins eines objektiv-realen Vorscheins als der Prozesswelt, realen Hoffnungswelt selber<. Für diese Aufgabe oder >Theorie-Praxis< ist Marx, so Bloch, unverzichtbar, denn das >Grundziel, Endziel< ist die klassenlose Gesellschaft, das Reich der Freiheit oder die >Heimat<.

Mit diesem Ziel endet die Reihe, >wo jeder Zweck immer wieder Mittel wird<, d.h. im Kommunismus (>die rote Fahne<) ist eine mögliche Gemeinschaft erahnt, in der die Erfüllung größer als die Sehnsucht ist. Die >Heimat<, und damit ein Wort zu den letzten neun Zeilen des Hauptwerkes von Bloch bzw. zum Back-Cover des ersten Bandes, kann hier nur über den Marxismus oder etwas abgeschwächter >von Hegel zu Marx< erreicht werden, eben mit einem >dialektischen Sprung ins Neue<.

Vor allem Sören Aabye Kierkegaard (1813–1855) ist dabei einzubeziehen, aber auch Jean-Paul Sartre (1905–1980, der Großneffe von Albert Schweitzer (1875–1965), ist erwähnenswert. Von Nichtigkeit sind die «Abenteuer der Ideen», womit Bloch einen Feldzug gegen Whitehead eröffnet. Dies deshalb, weil es nach Blochs Verständnis unwesentlich ist aufzuspüren, was Marx den Büchern der Vergangenheit entnommen hat. Bedeutender ist, dass Marx über die Geschichte den Weg in eine bewusste und bessere Zukunft einschlägt. Zimperlich ging Bloch mit anderen Ansichten selten um, deshalb öffnete sich auch die >Jugend< der >hoffenden Hoffnung<. Diese Freude zur Öffnung verstärkt sich noch, wenn berücksichtigt wird, dass Bloch mit Bezug auf die >Gewohnheit< verkündet, dass allemal selbst noch das >unwissende wishful thinking dem bewusstlosen Gänsemarsch vorzuziehen< ist.

Klar, um die Ecke sehen lässt sich mit Spiegeln, um die Ecke hören kann man|frau aber normalerweise doch, aber was ist das schon gegen eine Vernunft, die sich bis zum >Reich der Freiheit< vortasten und sogar schon die Freude vorschmecken kann. >Fahr, wohin du willst<, ist ein Spruch, der von Bloch für eine unbeschwerte bzw. unbelastete >Jugend< ausgesucht wurde. Aber warum, ist >was zu suchen, was zu fliehen<? Zum Ende hin wird deutlicher, dass Bloch damit meint, dass das wirkliche Reiseziel zur >Naturalisierung des Menschen, Humanisierung der Natur< im Marxismus mündet.

Ein Problem ist allerdings, dass Bloch in seiner Jugend u.a. über Simmel und Weber zu Marx reiste, er aber nun der >Jugend< empfiehlt, gleich mit Marx anzufangen und ihn nicht mehr zu verlassen. Damit würde dann die >Theorie-Praxis< zum >revolutionären Handeln< aufrufen, mit all den Grauen der Revolution. So aber betrifft der Klassenkampf nicht mehr das Proletariat oder die bekehrte Bourgeoisie, sondern eine nachfolgende Generation. Die >Jugend< wird aber eigentlich normalerweise seltenst ohne Einwilligung der Eltern hinfahren, wohin sie will, sondern eher dorthin, was deren Geldsack kann, also meistens mitfahren muss.

Für Personen, die relativ sattelfest in Theorien beheimatet sind, oft geschieht es bei diesen im «Alter» in einer Art Torschlusspanik, ist es im Überblick ein leichtes Unterfangen anzugeben, welche Schriften im Rückblick, Durchblick und bebrilltem nahen Weitblick letztlich in ihrem Leben ein Zugewinn waren. Bei Freud war es von ihm verstohlen formuliert Nietzsche, bei Bloch war es der anfängliche deutsche Philologe auch. Allerdings besaß Freud die Eigenart, darauf hinzuweisen, dass Marx nur mit Illusionen arbeitete, was leidenden Personen nicht oder wenig weiterhilft. Bloch demgegenüber meint, das soziale Leiden ist die Konsequenz des Kapitalismus, deshalb kann dieses Leiden nicht mit der Übertragung geheilt werden, sondern nur mit der Utopie. Nicht die bewusste vergangene Heimat (Urhorde), sondern die bewusste zukünftige Heimat (Freiheit) führt zur >Freude<.

Merkwürdig ist bei Bloch zunächst einmal, dass er für diesen Auftrag eigentlich weniger die Klasse «Arbeit» bedenkt, sondern als Lehrer eher seine Schüler bzw. Studenten bzw. die >Jugend< anspricht. Der erste Blick trügt, denn Bloch blickt nicht auf die empirisch schwierig zu bestimmende Klasse der Proletarier, sondern auf die >Nach-Möglichkeit-Seienden< oder auf das >In-Möglichkeit-Sein<. Wer könnte schon leichtfertig verneinen, dass sich Kinder in Abhängigkeit von einer bestehenden «bürgerlichen Gesellschaft» befinden, und es philosophisch gewollt sein sollte, sie zu ihrer Freiheit und unserem Frieden zu führen? Das Problem ist nun nicht, über >revolutionäre Handlungen< das Grauen zu provozieren, sondern nach einem Zitat von Marx, >die Entwicklung des Reichtums der menschlichen Natur< zu fördern.

Eine solche Entwicklung wird nicht vorangetrieben durch Verweise auf geschichtlich konkrete Personen wie z.B. Nero, Napoleon usw., sondern über gedichtete Archetypen wie z.B. Faust, Hamlet, Don Quichotte usw. Dabei wiederum ist zu bedenken, dass weder geschriebene noch gesprochene Worte unmittelbar in der Lage sind, Tiefes zu erreichen.

>Die langsamen Wunder der Musik sind hinsichtlich ihres Gegenstandes auch die tiefsten<. Musik entfacht am deutlichsten den >Traum nach vorwärts<, aber abrupt wird er beendet durch den >Tod<, der das individuelle Ende jeder Utopie darstellt. Womit dann auch >Unsterblichkeit< gewollt sein will, und das große Thema sowie längste Kapitel eingeläutet wird: >Wachsender Menscheinsatz ins religiöse Geheimnis, in Astralmythos, Exodus, Reich; Atheismus und die Utopie des Reichs<. Anschließend geht es bei Bloch um >das höchste Gut<, wobei er auf >Gebrauchswert< und >Tauschwert< verweist, bevor er dann ein kurzes Statement zum >Klassenkampf< abgibt. Der bei ihm, um es nicht zu verschweigen, kein Abschlachten ist, sondern ein nach vorne blickendes Handeln, eben >Das Prinzip Hoffnung<.

Ernst Blochs dritter Band zählt zu den bedeutenden Werken über den Zukunftsraum. Aber was ist eine Besprechung wert, wenn sie nicht in guter alter dialektischer Manier auf schleichende Probleme aufmerksam macht? Bloch sagt es so: >Ist doch gerade ein guter Gehalt nicht geschwächt, wenn er berichtigt worden ist<. So sei denn auch damit begonnen, dass zwischen 1939 und 1945 nicht plötzlich der humane Atheismus vom Himmel fiel, sondern mehr und mehr Bomben wurden von oben abgeworfen. 1959, so sei ferner erinnert, konnte geschichtlich viel gewusst sein, nur eine entsetzliche Katastrophe war noch nicht bekannt. Erst mit dem >Auschwitz-Prozess< zwischen dem 20.12.1963 und dem 20.8.1965 in Frankfurt a.M. konnte öffentlich erkannt werden, welche Ungeheuerlichkeiten sich im «Dritten Reich» ereigneten. Damit ist schon ein weiteres Problem von Bloch bemerkt.

Blochs utopisches >Drittes Reich< beginnt mit der >Aussendung des Heiligen Geistes<, aber es gibt da bereits ein geschichtliches «Drittes Reich», das von 1933–1945 existent war. Die amerikanische Soziologie mit ihrem Vertreter Talcott Parsons reagierte auf die Ereignisse zwischen 1960–1965 erst oder recht bald 1969. Hier vermerkt Parsons in einem Vorwort (>Politics and Social Structure<), dass das ganze Ausmaß der Katastrophe vorher nicht bekannt war, nun aber alle theoretisch-praktischen Bemühungen darauf ausgerichtet sind, solche sozialen Katastrophen unmöglich zu machen. Die Konsequenzen zeigen sich bereits 1971 im folgenden Buch von Parsons (>Das System moderner Gesellschaften<). Womit dann gesagt sei, dass selbst bei Bedacht des «sozialen Milieus» von Bloch das schleichende Problem bei ihm auch dessen Unwissenheit ist. Diese wiederum betrifft einerseits das Buch «Der Wille zur Macht» von X, andererseits besondere Ereignisse der Geschichte des «Dritten Reiches». Im ersten Fall ahnte Bloch etwas, im zweiten Fall wusste Bloch schon mehr über seinen Glauben. Tatsächlich aber konnte er 1959 nicht vorhersehen, was zwischen 1963 und 1965 die Weltöffentlichkeit bewegte, er konnte da auch nicht ahnen, was der «Eichmann-Prozess» in Israel (1961) offenbarte.

Um diese Besprechung konstruktiv zu wenden, sei darauf hingewiesen, dass Bloch relativ flott >Über die Erziehung< (Rousseau) hinwegfegt, aber >Über Wahrheit und Lüge< (Nietzsche) weder zu einem Ergebnis kommen will noch eine Entscheidung treffen kann. Das erste hat etwas mit Blochs weberhaften Analysen von Freud (erster Band), das zweite hat etwas mit Simmels Ansichten (zweiter Band) zu tun. Letztlich versucht Bloch nicht über seine eigenen Ergebnisse, sondern mit Webers «Aufsätze zur Religionssoziologie» eine befriedigende Lösung für sich selbst zu finden – ein Paradox wegen Marx. Wie dem auch sei, so liebäugelt Bloch an komplizierten Stellen mehr mit dem Spott von Voltaire und ignoriert in diesem Zuge Rousseau. Vieles ist für eine >Utopie< nichts Ungewöhnliches, aber der Spott ist für ein >Prinzip Hoffnung< weder notwendig noch hilfreich.

Im Vorwort zum dritten Band von Max Webers >Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie< steht geschrieben, was Weber noch alles machen wollte: «Analyse der Psalmen und des Buches Hiob, das talmudische Judentum, Abhandlungen über das Frühchristentum und den Islam». Nun, Bloch ergänzt die Lücken hier in seinem von 13 Kapiteln umfangreichsten 10. Kapitel. Wieder gibt es dabei Probleme und vor allem sind die Ausführungen eher gegen denn mit Weber. Das letzte sei zuerst bedacht. Bloch sieht nicht wie Weber in der «Protestantischen Ethik» eine Progression für einen Freifahrschein mit dem Kapitalismus, sondern in der Konsequenz der Religion, eben >Atheismus<, einen >Hohlraum<, der das >Noch-Nicht-Bewusste< ausmachen kann. Genauer gesagt: Eigentlich bleibt nicht viel z.B. von Heidegger, Simmel, Weber usw. außer der Qualität >Todes-Welt<.

Zum ersten und als zweites: Bloch bezieht den Islam über den >Koran< ein. Wenn auch in der deutschen Musik früher einmal >Freude, Freude, Freude< zu vernehmen war, so endet doch die >56. Koran-Sure< nicht mit >Friede, Friede, Friede<. Im Original der Übersetzung ist zu finden: «24 (Dies) als Lohn für das, was sie zu tun pflegten. 25 Sie hören darin keine unbedachte Rede und nichts Sündhaftes, 26 sondern nur das Wort: Friede! Friede! >Der Koran< ist weder von Weber verstanden, noch von Bloch begriffen, d.h. noch viel Arbeit wartet auf eine Religionsphilosophie, zumal ja noch nicht einmal Amerika jenseits von den USA bedacht wurde (z.B. das >Popol Vuh<).

Da Bloch ähnlich wie Tönnies (>Der Nietzsche-Kultus<) nicht weiß, eventuell aber doch ahnt, wer oder was das X in der Nietzsche-Fälschung ist, verzichtet er nach Nietzsches «Rausch» vollständig auf die Rückgriffe der Schriften nach >Also sprach Zarathustra<. Damit nimmt Bloch in Kauf, dass er auf Freuds >Totem und Tabu< nicht angemessen reagieren kann. Aber die Interessierten müssen ja nicht unbedingt oder notwendigerweise sowohl Wert auf «enge Kontakte» zu Simmel, Weber usw. legen als auch deren Sichtweisen zur Gewohnheit werden lassen. Es schadet zwar nichts, wenn man|frau die Religionsaufsätze von Weber kritisch betrachtet, jedoch ist die hier bei Bloch zu findende >Religionsphilosophie< so gestaltet, dass sie unabhängig von den «engen Kontakten» wird.

Bloch beginnt diesen Band mit der Verknüpfung Kunst und Philosophie, am Schluss beantwortet er folgende Frage: >Was hat solche, die es sozusagen nicht nötig hatten, zur roten Fahne geführt<? Die Antwort darauf ist, dass der >Klassenkampf< das einzige Mittel ist für die >Erschaffung der Welt< mit dem Ziel >Heimat<. Im ersten Band untersucht Bloch die >reale Möglichkeit< in Verbindung mit Regression (Freud) und Utopie (Hegel). Im zweiten Band werden die >Sozialutopien< nachgezeichnet, hier wirken die Gegensätze Müßiggang (Nietzsche) und Arbeit (Marx). Im dritten Band rückt nun die >Religionsgeschichte< ins Zentrum und als Antipoden erscheinen Aktivität (Bloch) und Passivität (Weber).

Auf der einen Seite nährte Bloch damit die >Jugend<, auf der anderen Seite finden sich konkret bei Bloch Irritationen.1923 konnte er bei der Überarbeitung seines Buches >Geist der Utopie< noch gar nicht ahnen, dass sich seine >Spuren< in Deutschland, USA, DDR und BRD finden lassen. Vorsichtig formuliert, bei derartigen Wanderungen, die eigentlich Vertreibungen waren, ist es kein Wunder, dass Bloch sein >Prinzip Hoffnung< mit jenen neun Zeilen schließt, die etwas vorschnell schon ohne eine Seite von Bloch gelesen zu haben, mit der Betrachtung des ersten Bandes so manchen schon sicher wähnte, weshalb Bloch dann auch ganz anders interpretiert werden konnte.

1939 wies bereits Werner Stark darauf hin, dass der Begriff >Heimat< zunächst einmal die Kategorien >Innen< und >Subjekt< berührt, wohingegen ihn Bloch mit Finalbezug mit den Kategorien >Außen< und >Objekt< belegt. Es brauchte eine lange Zeit, bis Parsons 1964 erkannte, dass genau diese vier Kategorien in der Soziologie die «Mikro – Makro – Beziehungen» erhellen. Angenommen man|frau ist so verwegen und ordnete die Kategorien tabellarisch an, also: waagerecht (von links nach rechts) Objekt – Subjekt und senkrecht (von oben nach unten) Innen | Außen, so ergeben sich auch vier Zellen, ähnlich wie das Koordinatensystem. Ein solches System kann mit folgenden Bezügen als Analyse- und Syntheseinstrument benutzt werden: Objekt + Innen = L, Subjekt + Innen = I, Subjekt + Außen = G, Objekt + Außen = A (insgesamt also das AGIL-System).

Nun gibt es bei diesem System zwei kybernetische Reihenfolgen, zum einen die energetische (bedingende) Hierarchie (AGIL), und zum anderen die informative (kontrollierende) Hierarchie (LIGA). Bei Bloch gilt, und die >Religionsphilosophie< deutet es an, dass er das >revolutionäre Handeln< als Möglichkeit in Erwägung ziehen kann (>Theorie-Praxis<). Der >Klassenkampf< selbst lässt sich so aber nur «Herstellen» (Hannah Arendt) oder auch nicht. 20 Jahre nach Parsons zieht Werner Stark die Konsequenz aus den alten Widersprüchen >dialektischer Sprung ins Neue< (Bloch) bzw. «allmähliche Verbesserung» (Elias).

Die neuzeitliche oder moderne Soziologie hat beide kybernetischen Beziehungen abzuarbeiten, denn es ist weder selbstverständlich, dass revolutionäre Erkenntnisse der Wissenschaft mechanisch zum >höchsten Gut< führen, noch dass ein letzter Kampf, der >Klassenkampf<, automatisch ins «Himmelreich auf Erden» übergehen lässt. Eine Menge >Arbeit< wartete auf die akademische oder mittelalterliche Soziologie. Ein wirklich wichtiges Ereignis aufgrund von Bloch war, dass sich Parsons konsequent von Webers Anmaßungen bezüglich der Religionen trennte.

Es sei noch erwähnt, dass die Alten (z.B. Bloch) noch über ihre Musik schwärmten und mit ihr schwebten, z.B. wegen Bach, Beethoven, Brahms, Wagner usw. Allerdings gab es da schon für die >Jugend< Elvis Aaron Presley (1935–1977), der von 1958–1960 in der BRD weilte. Am Horizont tauchten gar die Beatles (1958–1970) auf.

Für die damaligen Jungen, und heutigen nicht mehr ganz jungen aber öfters noch jugendlich wirkenden Personen, ist es bei weitem nicht leicht, von der Fuge (Bach) zur Sonate (Beethoven) eine gerade Linie von dort aus nach Help (Beatles) und I can&Mac226;t get no Satisfaction (Rolling Stones) zu ziehen. Geschweige dann dies noch zu Toppen, also diese Linie mit der Musik der heutigen Jugend zu verknüpfen. Wahr ist aber doch, dass auch heute noch die Musik >Geburt, Leben, Tod< thematisiert.

Der Tod ist wohl unweigerlich das Ende jeder konkreten persönlichen Utopie, die Geburt demgegenüber der Anfang jeder abstrakten sozialen Möglichkeit. Wie im Leben die lächelnde Freiheit real erreichbar bleibt, ist eine offene Frage. Bei Bloch ist die Beantwortung nicht unerheblich mit der Philosophie verknüpft.

Plastischer formuliert es Bloch in seinem Wege weisenden Werk. Der «Baum des Lebens» ist im Unterschied zum «Baum der Erkenntnis» nicht durch eine Verführung zu haben, sondern nur durch das eigene Handeln mit Wurzel, Stamm und Krone zu erhalten. Dieser Baum, so Bloch, steht übrigens nicht im archaischen Paradies, sondern im zukünftigen >Reich der Freiheit<. In der Gegenwart ist zu entscheiden, welche Richtung oder Tendenz mit dieser Latenz eingeschlagen werden will.

Da ja nun einmal Freud (>Totem und Tabu<) in der Vergangenheit die Tat erblickte, so fügt Bloch nun hinzu, dass für die Zukunft der Geist nicht abhanden kommen darf, denn in der Gegenwart will es «Körper und Seele» warm ums Herz sein.

Alles in Allem ist das Hauptwerk von Bloch bahnbrechend und relativ umfangreich. Es ist ein Segen für die arbeitende Philosophie und ein Fluch für den gewöhnlichen >Gänsemarsch<
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noz

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