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Die Autoren des Sammelbandes
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Pierre Bourdieu, geb. 1930. Der französische Sozialphilosoph und engagierte Gesellschaftswissenschaftler mit internationaler Resonanz starb 2002. Auf der Höhe seines Schaffens hatte Bourdieu den Lehrstuhl für Soziologie am Collége de France in Paris inne und war Direktor des Centre de Soziologie Européene (CSE) in Paris. Bereits im Grundlagenwerk Entwurf einer Theorie der Praxis (1972, 1979) entwickelte Bourdieu sein Praxisdenken, dessen praktisch-kritischer und zukunftsgerichteter Charakter beispielsweise auch in der populären Artikelsammlung Gegenfeuer. Wortmeldungen im Dienste des Widerstands gegen die neoliberale Invasion (1998) [siehe amazon-Link] zum Ausdruck kommt. Der erste Artikel der PRAXIS-Publikation gibt Aufschluss über philosophisch-wissenschaftliche Zusammenhänge im Bogen von Karl Marx über Ernst Bloch bis Pierre Bourdieu. Dessen aufrüttelnder, nun wieder abgedruckte Text Neo-Liberalismus als konservative Revolution (1997) entstand aus seiner Rede anlässlich der Verleihung des Ernst-Bloch-Preises. Bourdieu zeigt sich hier auch als Inspirator des internationalen Protests gegen die neoliberale Globalisierung und Vordenker der sozialen Bewegungen in Europa. |
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Helmut Fleischer, geb. 1927, Prof. em. für Philosophie an der Technischen Universität Darmstadt. Die selbst erlebte und wahrgenommene katastrophische Geschichte des 20. Jahrhunderts motivierte Fleischer, sich den Gewissens- und Streitfragen der Zeit zu stellen. Untersuchungen über die sowjetische Denkwelt folgten Studien zum westlichen Marx-Erbe: Das in etlichen Auflagen erschienene und auch in mehrere Sprachen übersetzte Marxismus und Geschichte (1969) und die Einführung Marx und Engels. Die philosophischen Grundlinien ihres Denkens (1970, 1974). Nach der finalen Systemkrise des Sowjetsozialismus erschien unter dem Titel Epochenphänomen Marxismus (1993) ein abschließender Versuch zu einer Historisierung dieses Phänomens. Mit Blick auch auf die Geschichtswende von 1989/90 arbeitet Fleischer daran, die theoretischen Koordinaten für die Wahrnehmung unserer Zeitgeschichte zu revidieren. Der Titel Zu einer Historik für die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Präliminarien, Perspektiven, Paradigmen zeigt die Denkrichtung. Sie spricht sich in Fleischers Beiträgen für die PRAXIS-Publikation pointiert aus: Geschichtlichkeit und Geschichtsdenken sowie Sozialmobilisationen und Krisenprospekte. Der Ansatz zielt auf die Analyse von Gesellschaftsformationen, Kulturen, Produktionsweisen und Imperien, kurz: auf geschichtliche Zivilisationen als einen Verbund sozial-zivilisatorischer Mobilisationsdynamik und auf die verstärkte Wahrnehmung internationaler Zivilisationsstufen-Differenzen. |
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| Wolfgang Hoss, Jahrgang 1939. Werkzeugmacher und Maschinenbauingenieur, in Berlin. Hoss hat sich seit den 60er-Jahren als Autodidakt in die Politische Ökonomie sowie den dialektischen und historischen Materialismus und erkenntnistheoretische Fragen vertieft und umfangreiche Manuskripte zur Frage Von der kapitalistischen zur sozialistischen Marktwirtschaft erarbeitet. In der Konsequenz der Studien liegt die Auffassung, dass es heute darauf ankommt, über die traditionelle Kritik der kapitalistischen Ökonomie entschieden hinauszugehen und die letztlich intendierte Alternative zu verdeutlichen. Der vorliegende Artikel Werttheoretische Überlegungen im gesamtgesellschaftlichen Gesamtzusammenhang zielt dem entsprechend darauf, den herkömmlichen Ansatz der kapitaltheoretischen Reproduktionsschemata zu revidieren und mit mathematisch-werttheoretischem Instrumentarium die Möglichkeit einer neuen Reproduktionsordnung aufzuzeigen, in der das Profitprinzip nicht mehr gilt. Die Vorstellung des Hossíschen Gedankenexperiments unterstreicht, dass zur Erforschung einer möglichen Systemalternative auch neue Wege versucht werden können. |
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| Georg Quaas, geb. 1951, nimmt heute eine Dozentur an der Universität Leipzig wahr. Nach einem Physikstudium und der Promotion auf dem Gebiet der Philosophischen Probleme der Naturwissenschaften habilitierte Quaas mit einer Arbeit zur dialektischen Methode in Marx´ Das Kapital. Über die Interessen- und Forschungsrichtung gibt eine Auswahl aus den Titeln seiner Veröffentlichungen Aufschluss: Das Verhältnis von Dialektik, Logik und Erkenntnistheorie bei I. Kant und G.W.F. Hegel (1989). Ontologische Implikationen der dialektisch-materialistischen Methode (1991), Dialektik als philosophische Theorie und Methode des Kapital (1992), Arbeitsquantentheorie. Mathematische Grundlagen der Werttheorie (2001). Sieben überwindbare Denkblockaden. Zur Entwicklung des Praxiskonzepts (2002). Die PRAXIS-Publikation enthält zwei Studien: Die Beiträge zu einer Erkenntnistheorie der Praxis. G.H. Mead und Peter Ruben versammeln Argumente für eine praxistheoretisch mögliche integrative Sicht in Erkenntnisfragen. Wertrechnung und Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung klärt den Zusammenhang zwischen den Wertbegriffen der Kapitaltheorie und den Kategorien der modernen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung: Ein wichtiger Schritt im Hinblick darauf, dass es letzlich unabweisbar ist, ökonomische Modellierungen mit der empirischen Wirtschaftswirklichkeit zu vermitteln. |
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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik, geb. 1939. Schmied-Kowarzik ist seit 1971 Professor für Philosophie und Pädagogik an der Universität Kassel und im Vorstand der Interdisziplinären Arbeitsgruppe (IAG) für philosophische Grundlagenprobleme. Arbeitsschwerpunkte sind die Praktische Philosophie, Kant und der deutsche Idealismus, Schellings Naturphilosophie, Marx und die kritische Philosophie gesellschaftlicher Praxis, Philosophie des 20. Jahrhunderts, Bildungsphilosophie und philosophische Grundlagen der Kulturanthropologie. Aus den zahlreichen Veröffentlichungen können hier nur wenige genannt werden: Bruchstücke zur Dialektik der Philosophie. Studien zur Hegel-Kritik und zum Problem von Theorie und Praxis (1974), Die Dialektik der gesellschaftlichen Praxis (1981), Das dialektische Verhältnis des Menschen zur Natur (1984), Kritische Theorie und revolutionäre Praxis (1988), Denken aus geschichtlicher Verantwortung. Wegbahnungen zur praktischen Philosophie (1999) [siehe amazon-Link], Praxis e responsabilidade (Porto Alegre 2002). Die wesentlich von Schmied-Kowarzik initiierten internationalen Kasseler Tagungen zu praxisphilosophischen Fragen haben sich in der Mit-Herausgeberschaft bei den Editionen Studien zur Philosophie der Praxis (1985-1989) und Kritische Philosophie gesellschaftlicher Praxis (1995) niedergeschlagen. In der PRAXIS-Publikation arbeitet Schmied-Kowarzik mit Die Kernstruktur der Dialektik der gesellschaftlichen Praxis die im Marxschen Denken enthaltene praxisphilosophische Essenz heraus. Der zweite Beitrag, die Neun Thesen Marx als Denker im Zeitalter des Postkommunismus, wurde beim XXI. Weltkongress für Philosophie, Istanbul 2003, als Eröffnungsreferat im Rahmen der Veranstaltung mit dem Titel Karl Marx im Zeitalter des Post-Kommunismus vorgetragen. |
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| Martina Thom, geb. 1935. Thom hat in Leipzig studiert, war dort wissenschaftliche Mitarbeiterin, sodann Dozentin für Geschichte der Philosophie am Institut für Philosophie der Karl-Marx-Universität. Sie hat mit einer Arbeit zu Georg Lukacs und Karl Korsch promoviert und zur Philosophie Immanuel Kants habilitiert, wurde 1976 zum ordentlichen Professor für Geschichte der marxistisch-leninistischen Philosophie an der Leipziger philosophischen Einrichtung berufen, war dann ebenda 1986-1991 Direktorin. Sie wurde 1992 unfreiwillig in den Vorruhestand gegangen. Einige Nennungen aus zahlreichen Publikationen: Immanuel Kant (1975, in italienischer Sprache 1982), zusammen mit Klaus Gößler Die materielle Determiniertheit der Erkenntnis (Berlin 1976), Ideologie und Erkenntnistheorie (1976, in tschechischer Sprache 1986). Dr. Karl Marx. Das Werden der neuen Weltanschauung (1986). Zu den Herausgeberarbeiten mit umfangreichen Studien zur Einleitung zählen u.a. Immanuel Kant. Schriften zur Religion (1981) und gemeinsam mit Moses Mendelssohn Schriften über Religion und Aufklärung (1989). Thom lebt im produktiven Unruhestand und hat die PRAXIS-Publikation durch den Artikel Das Praxis- und Wissenschaftsverständnis von Karl Marx bereichert. Die Untersuchungen und Erklärungen zu den theoriegeschichtlichen und theoriezentralen Interpretationsaspekten des Marxschen Denkens sind ein außerordentlicher Beitrag auf dem ansonsten weiten und weithin problematischen Feld der Marxismusdiskussion. In der kommenden Festschrift für Helmut Seidel wird aus Thoms Feder Marx, die Kategorie Praxis und einige Mysterien der Theorie erscheinen. |
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(Hg.) Horst Müller * Das PRAXIS-Konzept im Zentrum gesellschaftskritischer Wissenschaft Beiträge und Quellen einer Tagung BoD-Verlag Norderstedt, Oktober 2005 |
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